Es war wohl drei Uhr in der Früh,

doch weiß ich’s nicht mehr so genau –

ganz gleich, wie sehr ich mich bemüh,

vielleicht war ich schon etwas blau.
 

Auf einmal stand er dicht vor mir

und schrie, er sei, ganz ohne Frage,

als ein Freund des Dichtens hier –

als ein Kollege sozusagen.
 

Ich dachte nur: „Wer kann das sein,

und warum kenn ich sein Gesicht?

Ich bilde mir das doch nicht ein!“

Bloß auf die Lösung kam ich nicht.
 

Er blickte starr in meine Richtung –

dann fing der Kerl schon wieder an:

Am wichtigsten sei doch die Dichtung!

Ich lachte laut, doch er blieb dran:
 

Es würde sonst ja alles nass!

Das Wasser bliebe nirgends mehr –

und gutes Essen wär zwar klass,

nur ein Gedicht wär’s nimmermehr.
 

Auch war er neulich selber dicht –

von etwa sieben Krügeln Bier –

und diese Frau! Aus seiner Sicht

wär er am liebsten dicht bei ihr.
 

Ich widersprach und stellte klar:

„Das Dichten ist doch eine Kunst!“

Doch da hätt‘ er sich um ein Haar

vor lauter Lachen angebrunzt.
 

Er ließ mich einfach nicht in Ruh,

drum sah ich ihn erst grimmig an –

dann ging ich langsam auf ihn zu,

und klebte schließlich an ihm dran.
 

Durch seine Nase – wie ein Brett –

war ich auf einmal ganz geschockt!

Sie war so kalt und glatt als hätt

ich an den Spiegel angedockt.
 

Da war mir klar: Ich will jetzt nimmer –

der Kerl ist wirklich fett –

verließ darauf das Badezimmer

und ging zurück ins Bett.

Über den Autor

Stefan

Schreib einen Kommentar.