Ich sag euch, in mir wohnt ein Tier!

Es verkörpert meine Gier –

es ist so anders, nicht wie ich,

und am liebsten hätt es dich.
 

Ließ ich es los, dann wären wir

gemeinsam wie ein wilder Stier:

Ein Bündel roher Manneskraft,

gekeimt aus purer Leidenschaft.
 

Doch ist Geduld ja eine Zier,

drum zähl ich erst bis drei – nein, vier!

– und warte dann noch eine Weile,

denn Leidenschaft kennt keine Eile.
 

Zusammen mit dem Tier in mir

trink ich erst mal ein paar Bier,

danach noch drei, vier Gläser Wein –

das Tier muss wirklich durstig sein.
 

Dann seh ich nach: Kein Tier mehr hier –

ich bin genauso zahm wie ihr.

Das Tier, das muss ertrunken sein,

vermutlich war es doch recht klein.

Über den Autor

Stefan

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